Aldateikn # 77408
- Regulärer Preis
- 3.900 kr
- Angebotspreis
- 3.900 kr
- Regulärer Preis
Ausverkauft
- Stückpreis
- pro
Aldateikn von Björn Th. Björnsson.
,,Man muss hier ein Bild malen"
Es ist nicht oft, dass die Ausstellung eines Gemäldes als bedeutendes Ereignis der Politikgeschichte gilt. Gewöhnlich wirkt die Kunstmalerei nur auf das innere Wirken des Volkslebens und subjektive Beziehungen ein, erhebt aber nicht die Kriegsflaggen äußerer Konflikte. Dennoch geschah genau dies in Paris 1785, als der Maler Jacques Louis David, damals 36 Jahre alt, sein Gemälde öffentlich zeigte: Der Schwur der Horatier. Das Gemälde verbreitete sich und Menschen strömten den ganzen Tag daran vorbei, nicht nur Pariser, sondern Menschen kamen von weit her, und seine bezwinggende Kraft wurde überall zum Gesprächsthema, bewundert wie auch heftig kritisiert. Kupferstiche wurden danach angefertigt und in ganz Frankreich verkauft.
Aber was machte dieses Gemälde zu solch einer Flamme? Inhaltlich bezieht sich das Bild auf jene römische Geschichte, in der die Söhne des älteren Horatiers ihrem Vater einen teuren Eid schwören, mit ihren Schwertern für die Freiheit zu kämpfen oder sonst zu sterben. Gleichzeitig verflechtet sich darin eine Erinnerung aus einem Schauspiel von Corneille, worin berichtet wird, dass die Tochter der Horatier sittsam war und ihre Brüder ihr Gelübde erneut bekräftigen, um ihre Ehre zu rächen. Daher neigt sie sich hier niedergeschlagen an die Schulter ihrer Mutter und weckt im Zuschauer den Verdacht, dass ihre Brüder den Mann, den sie liebte, töten müssen.
Der politische Gehalt des Gemäldes lag jedoch nicht allein im Erzählstoff, dem feierlichen Schwur, für die Freiheit zu kämpfen oder zu sterben, sondern war gleichzeitig ein Bezug zu republikanischen Idealen, die die alten Römer zu Ruhm führten. Frankreich selbst hatte kein historisches Vorbild für Volksfre iheit, auf das man hinweisen konnte, daher richtete sich das Interesse auf die klassischen Altertümer Griechenlands und Roms, wo die Freiheit die Kultur so hoch erhob, wie die Realität bezeugte. Man war dabei, die antiken Städte Pompeji und Herkulaneum aus der Asche der Jahrhunderte auszugraben, und die Begeisterung über das, was dort zum Vorschein kam, vermischte sich mit der Idealvorstellung von Revolution und Republik im Inland.
Aber der Schwur der Horatier war noch etwas anderes und mehr. Im Gemälde war die Kriegstrompete einer neuen Richtung, des Neoklassizismus, der hier gegen alle Kunst aufstand, die mit dem Hofleben und der Monarchie des 18. Jahrhunderts verbunden war. Die Republikaner, die Ideenschmiede der Revolution, betrachteten all den flatternden Prunk der Rokokozeit als Zeichen der dekadenten Oberklasse, die längst jeden Kontakt zum Volk verloren hatte und ihre Führungsrolle vergessen hatte. An Stelle dieses sorglosen Spiels, zum Schmuck in Palastsälen, kam nun die harte Linie und scharfe Modellierung in Davids Gemälde. Der Schwur war daher ein Vorbote der Revolution auf vielen Gebieten, obwohl noch vier Jahre vergehen würden, bis die Bastille fiel, 1789.
,,Man muss hier ein Bild malen"
Es ist nicht oft, dass die Ausstellung eines Gemäldes als bedeutendes Ereignis der Politikgeschichte gilt. Gewöhnlich wirkt die Kunstmalerei nur auf das innere Wirken des Volkslebens und subjektive Beziehungen ein, erhebt aber nicht die Kriegsflaggen äußerer Konflikte. Dennoch geschah genau dies in Paris 1785, als der Maler Jacques Louis David, damals 36 Jahre alt, sein Gemälde öffentlich zeigte: Der Schwur der Horatier. Das Gemälde verbreitete sich und Menschen strömten den ganzen Tag daran vorbei, nicht nur Pariser, sondern Menschen kamen von weit her, und seine bezwinggende Kraft wurde überall zum Gesprächsthema, bewundert wie auch heftig kritisiert. Kupferstiche wurden danach angefertigt und in ganz Frankreich verkauft.
Aber was machte dieses Gemälde zu solch einer Flamme? Inhaltlich bezieht sich das Bild auf jene römische Geschichte, in der die Söhne des älteren Horatiers ihrem Vater einen teuren Eid schwören, mit ihren Schwertern für die Freiheit zu kämpfen oder sonst zu sterben. Gleichzeitig verflechtet sich darin eine Erinnerung aus einem Schauspiel von Corneille, worin berichtet wird, dass die Tochter der Horatier sittsam war und ihre Brüder ihr Gelübde erneut bekräftigen, um ihre Ehre zu rächen. Daher neigt sie sich hier niedergeschlagen an die Schulter ihrer Mutter und weckt im Zuschauer den Verdacht, dass ihre Brüder den Mann, den sie liebte, töten müssen.
Der politische Gehalt des Gemäldes lag jedoch nicht allein im Erzählstoff, dem feierlichen Schwur, für die Freiheit zu kämpfen oder zu sterben, sondern war gleichzeitig ein Bezug zu republikanischen Idealen, die die alten Römer zu Ruhm führten. Frankreich selbst hatte kein historisches Vorbild für Volksfre iheit, auf das man hinweisen konnte, daher richtete sich das Interesse auf die klassischen Altertümer Griechenlands und Roms, wo die Freiheit die Kultur so hoch erhob, wie die Realität bezeugte. Man war dabei, die antiken Städte Pompeji und Herkulaneum aus der Asche der Jahrhunderte auszugraben, und die Begeisterung über das, was dort zum Vorschein kam, vermischte sich mit der Idealvorstellung von Revolution und Republik im Inland.
Aber der Schwur der Horatier war noch etwas anderes und mehr. Im Gemälde war die Kriegstrompete einer neuen Richtung, des Neoklassizismus, der hier gegen alle Kunst aufstand, die mit dem Hofleben und der Monarchie des 18. Jahrhunderts verbunden war. Die Republikaner, die Ideenschmiede der Revolution, betrachteten all den flatternden Prunk der Rokokozeit als Zeichen der dekadenten Oberklasse, die längst jeden Kontakt zum Volk verloren hatte und ihre Führungsrolle vergessen hatte. An Stelle dieses sorglosen Spiels, zum Schmuck in Palastsälen, kam nun die harte Linie und scharfe Modellierung in Davids Gemälde. Der Schwur war daher ein Vorbote der Revolution auf vielen Gebieten, obwohl noch vier Jahre vergehen würden, bis die Bastille fiel, 1789.