Látra-Björg # 62936
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Látra-Björg. Zusammengestellt von Helgi Jónsson.
Látra-Björg war eine sehr große und nicht schöne Frau. Sie war eigensinnig und eigenbrötlerisch; manchmal wanderte sie mit Dichtungen umher und die Leute hielten sie für eigenwillig, und man sagte, sie sei starrköpfig. Sie streifte manchmal durch die Gegend und erbettelte sich Nahrung, da sie eine arme Frau war, aber sie wollte nicht als Hausangestellte arbeiten oder von anderen abhängig sein. Damals war Jón Benediktsson der Amtmann in Rauðaskriðum. Er versuchte, sich über Látra-Bjargar Manieren lustig zu machen; dann sprach sie:
Táli pretta illu ann,
aldrei dóma grundar;
máli réttu hallar hann,
hvergi sóma stundar.
Diese Verse wurden dem Amtmann überbracht und er wurde zornig und verklagte Látra-Björg wegen dieser Dichtung; aber als der Rechtsstreit verhandelt wurde, wies sie die Anschuldigung ab und erklärte, jemand anderes hätte die Verse aus Bosheit gegen sie verfälscht und sie falsch dargestellt. Sie hätte den Vers über den Amtmann tatsächlich anders gedichtet, als er ihr nachgesagt wurde, und es sei unmöglich zu beweisen, dass der Vers nicht rückwärts gelesen werden könnte. Wenn er richtig verstanden würde, sähe es so aus:
Stundar sóma, hvergi hann
hallar réttu máli,
grundar dóma, aldrei ann
illu pretta táli.
Und der Amtmann musste die Sache auf sich beruhen lassen.
Einmal sollte Látra-Björg einen Eid leisten, der ihr in jeder Hinsicht zuwider war; da sprach sie:
Beiði eg þann sem drýgir dáð
og deyð á hörðum krossi leið
að sneyða þann frá nægð og náð
er neyðir mig um sjöttareið.
Und danach wurde sie nicht mehr zum Eid gezwungen, denn dem Amtmann war es unheimlich von ihren eigensinnigen Worten, und er dachte doch, dass sie hartnäckig bei ihren Streits mit Menschen blieb, wie die Geschichte auch erzählt, dass er sich selbst getroffen habe, denn als er einmal jemanden Armen hart für kleine Vergehen verurteilte, sprach dieser Unglückliche (manche sagen, es sei Látra-Björg gewesen):
Dómari Jón, þú dæmir mig,
dómurinn þinn er skæður;
dómarinn sá mun dæma þig
sem dómunum öllum ræður.
Da ergriff Jón eine lange und schwere Krankheit, die ihn zum Tode führte, und er gab dennoch das Land Kotamýrar den Armen in Reykjadal, damit er sich von hier befreien könnte.
Es wird gesagt, dass Látra-Björg eine Zauberdichterin war, und das wird dadurch bezeugt, dass sie einmal, als eine Seereise lange verzögert worden war, folgendes sprach:
Vaxi mugga og vindurinn,
vil ég brugga ljóða slag,
sigli dugga ein hér inn
oss að hugga nú í dag.
Látra-Björg war eine sehr große und nicht schöne Frau. Sie war eigensinnig und eigenbrötlerisch; manchmal wanderte sie mit Dichtungen umher und die Leute hielten sie für eigenwillig, und man sagte, sie sei starrköpfig. Sie streifte manchmal durch die Gegend und erbettelte sich Nahrung, da sie eine arme Frau war, aber sie wollte nicht als Hausangestellte arbeiten oder von anderen abhängig sein. Damals war Jón Benediktsson der Amtmann in Rauðaskriðum. Er versuchte, sich über Látra-Bjargar Manieren lustig zu machen; dann sprach sie:
Táli pretta illu ann,
aldrei dóma grundar;
máli réttu hallar hann,
hvergi sóma stundar.
Diese Verse wurden dem Amtmann überbracht und er wurde zornig und verklagte Látra-Björg wegen dieser Dichtung; aber als der Rechtsstreit verhandelt wurde, wies sie die Anschuldigung ab und erklärte, jemand anderes hätte die Verse aus Bosheit gegen sie verfälscht und sie falsch dargestellt. Sie hätte den Vers über den Amtmann tatsächlich anders gedichtet, als er ihr nachgesagt wurde, und es sei unmöglich zu beweisen, dass der Vers nicht rückwärts gelesen werden könnte. Wenn er richtig verstanden würde, sähe es so aus:
Stundar sóma, hvergi hann
hallar réttu máli,
grundar dóma, aldrei ann
illu pretta táli.
Und der Amtmann musste die Sache auf sich beruhen lassen.
Einmal sollte Látra-Björg einen Eid leisten, der ihr in jeder Hinsicht zuwider war; da sprach sie:
Beiði eg þann sem drýgir dáð
og deyð á hörðum krossi leið
að sneyða þann frá nægð og náð
er neyðir mig um sjöttareið.
Und danach wurde sie nicht mehr zum Eid gezwungen, denn dem Amtmann war es unheimlich von ihren eigensinnigen Worten, und er dachte doch, dass sie hartnäckig bei ihren Streits mit Menschen blieb, wie die Geschichte auch erzählt, dass er sich selbst getroffen habe, denn als er einmal jemanden Armen hart für kleine Vergehen verurteilte, sprach dieser Unglückliche (manche sagen, es sei Látra-Björg gewesen):
Dómari Jón, þú dæmir mig,
dómurinn þinn er skæður;
dómarinn sá mun dæma þig
sem dómunum öllum ræður.
Da ergriff Jón eine lange und schwere Krankheit, die ihn zum Tode führte, und er gab dennoch das Land Kotamýrar den Armen in Reykjadal, damit er sich von hier befreien könnte.
Es wird gesagt, dass Látra-Björg eine Zauberdichterin war, und das wird dadurch bezeugt, dass sie einmal, als eine Seereise lange verzögert worden war, folgendes sprach:
Vaxi mugga og vindurinn,
vil ég brugga ljóða slag,
sigli dugga ein hér inn
oss að hugga nú í dag.