Sat sapienti # 24592

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Location
Tórshavn
Date
1960
Condition
Binding
Sat sapienti. Schauspiel in drei Akten. Von Valdemar Poulsen.


Valdemar Poulsen. Er wurde 1909 in Tórshavn geboren, Sohn von Vilhelm S. Poulsen. Valdemar erhielt die Ausbildung, die die Schule von Tórshavn damals anbot – eine Grundlage, die nicht weit reichte, wenn man sich selbst nicht weiterbildete und seinen Horizont erweiterte. Das gelang Valdemar, und schon von Jugend an las er viel, sowohl färöische als auch Weltliteratur.


Jung ging er in die Handwerkslehre, hielt sich eine Zeit lang in Dänemark auf, kam dann nach Hause zurück und ließ sich als Friseur in der Hauptstadt nieder. In diesem Beruf, den er nur kurze Zeit ausübte, traf Valdemar auf einen Kreis von Menschen – eine Erfahrung, die vielleicht dazu beitrug, ihn zu einem großen Menschenkenner und geschickten Seelendeuter zu machen, wie sein dichterisches Werk zeigt.

Valdemars erstes großes dichterisches Werk ist das Schauspiel »Sat sapienti«, das im Frühjahr 1958 zum ersten Mal aufgeführt wurde. Der Titel ist fremdsprachig, und auch das Umfeld ist fremd – das Stück spielt auf einem verlassenen Bahngelände. Dort treffen wir auf Jeremia, einst ein junger, talentierter Künstler, der durch die Eifersucht von Rivalen aus der Kunstschule vertrieben wurde, an der er sich ausbilden wollte. Jetzt führt er ein elendes Leben, könnte man sagen, auf der Müllhalde, als ein Journalist auf ihn stößt, seine Lebensgeschichte hört und sich vornimmt, diesen notleidenden Menschen zu retten. Während Jeremia Milch über seinen Suppenschüsseln vergießt, kommt dem Journalisten die Idee; er friert die Suppenschüsseln ein und präsentiert sie als Kunstwerk mit großem Pomp unter dem Titel »Sat sapienti« – genug des Guten. Das Kunstwerk wird mit großem Aufwand in Zeitungen und Rundfunk diskutiert, Kunstkritiker konkurrieren darum, ihm Anerkennung zu zollen, bis Jeremia schließlich den Verstand verliert durch diesen Trubel und Schwindel.


Fremder Titel, fremde Umgebung, aber der Stoff ist universell. Es geht um die Frage nach Wahrheit oder Lüge in der modernen Kunst, um die Frage nach bestechlichen Kunstkritikern, um die Frage nach des Kaisers neuen Kleidern.
Aus: Árni Dahl: Bókmentasøga I-III. Fannir. 1980-83.

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