Stefjamál # 54871

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Location
Reykjavík
Date
1946
Condition
Binding
Stefjamál. Gedichte von Lárus Sigurjónsson.



In Mánudagsblaðinu Jg. 7, Heft 28, 1954. Gibt es einen Artikel von Pétur Jakobsson, der gerade Stefjamál von Lárus fertig gelesen hatte. Dort sagt Pétur u.a.:
Wir wissen alle so unzweifelhaft gut, dass es keine Neuigkeit ist
dass silberne Gefäße sinken, aber das, was aus leichterem
Material gemacht ist, schwimmt oben auf. Mir scheint
dies bei dem Gedichtband
Stefjamál wahr zu werden. Um ihn und seinen Autor
ist es und war es
viel zu still. Ich selbst muss mich
schämen, der ein dichterischer
Mensch bin und mich mit
Dichtung abmühe, dass ich nicht früher
mich jetzt zu den Füßen des Autors
setzte und seine Weisheit lernte.
Der Autor des Gedichtbandes
Stefjamál, Lárus Sigurjónsson,
wurde am 14. August 1874 geboren,
und ist daher achtzig Jahre alt. Er ist ein hochgebildeter
Mensch, wurde Student
1903, Theologiekandidat
1906, besuchte die Askovschule 1906
—1907, nahm einen Kurs in Ethik
und Redekunst an der Universität Chicago teil, erlernte Aussprache und
Stimmbildung in der Orchard-school of music and Expression
in Chicago und leitete unter anderem
eine Musikschule
in Chicago für anderthalb
Jahrzehnte.

Der Autor von Stefjamál ging
in jungen Jahren ins Ausland, wie man sagt,
und hat den größten Teil
seines Lebens weit weg von seiner
Heimat verbracht und ist uns zuhause
auf Island fast verloren gegangen, auch wenn er jetzt
zurückgezogen ist
und dort begraben werden möchte, wo
seine Wiege stand.
Ich habe den Gedichtband
Stefjamál gelesen. Darüber ist
das Kürzeste zu sagen, dass er
nicht leicht ist. Das Buch ist voll
von Menschenverstand, verfasst unter schwierigen
und schweren Bedingungen und
ausgestattet mit kraftvoller Sprache, aber
gleichzeitig ist die Behandlung
des Verses die beste und die Verwendung
der Sprache geschickt.

Lárus Sigurjónsson ist ein ursprünglicher Mensch in Wort und Gedanke,
dichterisch manchmal, aber
vor allem ein ausgezeichneter Bildschöpfer
in seinen Gedichten.
Ich habe in den heimischen Werken
der isländischen
Dichtung nach einem Dichter gesucht, der L. S. ähnlich ist, aber das
ist schwer zu finden. Doch möchte ich darauf hinweisen, dass
Klarheit in der Dichtkunst
bei denjenigen ist, Lárus Sigurjónsson
und Gísli Brynjólfsson, und
dann ist es weit entfernt. Allerdings wäre es sehr falsch, L. S.
als Nachahmer von G. B. zu betrachten, aber es entgeht keinem
vernünftigen Menschen, der
Gedichte beider liest, dass sie
geistig verwandt sind.
Der Gedichtband Stefjamál ist
auf das schönste
Papier gedruckt, umfasst 190 Seiten in
Skírnis-Format und enthält
136 Gedichte.
Ich habe nicht so viel
Platz, dass ich viele Gedichte aus Stefjamál hier
aufnehmen könnte, was verführerisch wäre, aber
in dieser Hinsicht habe ich große
Schwierigkeiten, da das Buch
so gleichmäßig verfasst ist.

Nach dem Zufallsprinzip möchte ich
das Folgende nehmen, das weit entfernt ist
davon, eine Auswahl zu sein, aber es soll
klar gemacht werden, dass das Buch gleichmäßig verfasst ist und kein
Gedicht in dem Buch enthalten ist, das als
minderwertig gelten kann. Ich nehme hier
das Gedicht Sumarnótt auf S. 128,
das so lautet:


Leicht über die Wangen

zart Bergewind.

Blumen am Wegesrand,

Kräuter im grünen Laub. —

Die geliebte Heimat erfreut den Gast!



Sonne in des Meeres Armen

schläft rot wie Blut,

unter Birkenschatten

schlummert des Vogels Lied. —

Heimatland, du bist aller Mutter
gut!



Unter schroffen Höhen

ruhe ich still. —

Bäche, Wasserfälle und Stürze

strömen die Berglehne hinab. —

Die Heimat wiegt ihren Sohn
in ihren Armen.


Wer erträgt den Schlaf

in der Sommernacht,

wenn die Reize

alles ringsumher können. erhalten?

Heimatland, wie schön bist du dann.



Friedlich sind die Berge,

die geliebte Heimat.

Bäche und Wildbäche. Rauschen!

locken Wanderer,

des Elfen und der Nymphe Heiligtum.



Weiches ist das grüne Gras,

gut ist hier zu sein.

Dort wünsche ich mir
wachsen Kräuter.

Das gesattelte Pferd beißt tautropfendes Stroh.



Unter Hügeln und Höhen

steht der Elfenhügel,

Schöneres Bergzaubermeer,

deine Freiheit liebe ich.

über glänzenden Zäunen tropfen Tautropfen



Hier vergesse ich das Elend,

hier ist mein Friedensland.

Nichts Böses schwebt

in deinem Reich.

Bei dir findet das Herz sein Heimweh.



Gut ist es draußen unter freiem Himmel

in der Sommernacht,

vieles kommt mir in den Sinn

Bild, wenn alles still ist.

Deswegen bin ich allein zu dir
gegangen.



Zusammen schlafen die Bäche,

zusammen fließen die Tränen,

zweier Herzen Heimat

Himmelstau und Träne. —

Dies lindert all meinen Seelenschmerz.

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