Stefjamál # 8209
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Stefjamál. Gedichte von Lárus Sigurjónsson.
In Mánudagsblaðinu 7. Jahrgang, Nr. 28, 1954. Es gibt einen Artikel von Pétur Jakobsson, der gerade Stefjamál von Lárus fertig gelesen hatte. Dort schreibt Pétur unter anderem:
Wir wissen alle selbstverständlich sehr gut, dass es nichts Neues ist,
dass silberne Gefäße sinken, aber das, was aus leichterem
Material gemacht ist, schwimmt oben auf. Mir scheint
das an dem Gedichtband
Stefjamál wahr zu werden. Über ihn und seinen Autor
ist und war viel zu wenig
geredet worden. Ich selbst schäme mich,
als ein Dichter und einer, der sich
mit Dichtkunst herumplagt,
dass ich nicht früher
zu den Füßen dieses Autors saß
und seine Weisheit lernte.
Der Autor des Gedichtbandes,
Stefjamál, Lárus Sigurjónsson,
wurde am 14. August 1874
geboren und ist daher achtzig Jahre alt. Er ist ein
gebildeter Mann, wurde Student
1903, Theologe
1906, war an der Askovlýðskóla 1906
—1907, besuchte Kurse in Ethik
und Redekunst an der Universität Chicago, studierte Aussprache und
Stimmbildung an der Orchard-school of music and Expression
in Chicago und leitete unter anderem
eine Musikschule
in Chicago für anderthalb
Jahrzehnte.
Der Autor von Stefjamál verließ
das Land jung, wie man sagt,
und hat den größten Teil
seines Lebens weit weg von seiner
Heimat verbracht und ist uns
daheim quasi verloren gegangen, obwohl
er nun zurückgekehrt ist
und sein Grab dort haben möchte, wo
seine Wiege stand.
Ich habe den Gedichtband
Stefjamál gelesen. Das Kürzeste, was man über ihn sagen kann, ist,
dass er nicht leicht ist. Das Buch ist voller
Menschenverstand, geschrieben mit schwierigen
und schweren Mitteln und
ausgestattet mit kraftvoller Sprache, aber
zusammen damit geht die Handhabung
der Form auf bestmögliche Weise und die
Verwendung der Sprache ist klug.
Lárus Sigurjónsson ist ein ursprünglicher Mensch in Wort und Gedanke,
manchmal dichterisch, aber vor allem
ein ausgezeichneter Bildgestalter
in seinen Gedichten.
Ich habe in der heimischen isländischen
Dichtkunst nach einem Dichter gesucht,
der L. S. ähnelt, aber das ist schwer zu finden. Dennoch möchte ich
darauf hinweisen, dass es in der Dichtkunst
Verständnis zwischen Lárus Sigurjónsson
und Gísli Brynjólfsson gibt und
der Unterschied ist beträchtlich. Es wäre
aber falsch, L. S. als Schüler von G. B. zu sehen, aber
niemandem mit Verstand, der die Gedichte beider liest, entgeht es,
dass sie geistig verwandt sind.
Der Gedichtband Stefjamál ist
auf allervornehmsten
Papier gedruckt, hat 190 Seiten im
Skírnis-Format und enthält
136 Gedichte.
Ich habe nicht so viel
Platz, um hier viele Gedichte aus Stefjamál aufzunehmen,
was verlockend wäre, aber
bei diesem Unterfangen habe ich große Schwierigkeiten, denn das Buch ist
so gleichmäßig geschrieben.
Zufällig möchte ich die folgenden aufnehmen, die allerdings weit entfernt sind,
eine Auswahl zu sein, aber es soll
deutlich gemacht werden, dass das Buch
gleichmäßig geschrieben ist und kein
Gedicht darin als minderwertig angesehen werden kann. Ich nehme hier
das Gedicht Sumarnótt auf S. 128,
das wie folgt lautet:
Sanft weht über die Wange
ein lieblicher Bergwind.
Blumen neben dem Weg weben,
Blüten in grüner Wiese. —
Es freut sich die Heimat über ihren Gast!
Die Sonne in Sävar's Armen
schläft rot wie Blut,
unter Birkenschirm
ruht der Vogelsang. —
Heimatland, du bist aller gute
Mutter!
Unter hohen Felsen
ruhe ich hier aus. —
Bäche fließen und fallen
über Berghänge hinab. —
Die Heimat wiegt den Sohn in ihren Armen.
Wer würde nicht süßen Schlaf
in einer Sommernacht finden,
wenn alles um ihn
was die Seele erfreut zu finden. ist?
Heimat, wie schön bist du dann.
Friedlich zu den Bergen,
die geliebte Heimat.
Bach und Quellen Rauschen!
locken den Wanderer,
Elfe und Norn in die heiligen Hallen.
Weich ist das grüne Gras,
gut ist es hier zu sein.
Da wünsche ich mir,
dass Blaubeeren wachsen.
Das Pferd frisst erfrischendes Stroh.
Unter Hügel und Felsen
steht der Hof der Norne,
Schönerer Berggeist,
deine Freiheit liebe ich.
über dem Glanz Tropfen Morgentau.
Hier vergesse ich Kummer,
hier ist mein Friedensland.
Nichts Böses auf dieser Erde
in deinem Reich.
Bei dir findet das Herz sein Heimatland.
Gut ist es, draußen zu weilen
in einer Sommernacht,
wenn vieles in den Sinn
kommt, wenn alles still ist.
Deshalb bin ich zu dir gekommen.
Zusammen schlafen die Bäche,
zusammen fließen die Tränen,
zweier Herzen Heimat
Himmelsregen und Tränen. —
Das heilt alle meine Wunden.
In Mánudagsblaðinu 7. Jahrgang, Nr. 28, 1954. Es gibt einen Artikel von Pétur Jakobsson, der gerade Stefjamál von Lárus fertig gelesen hatte. Dort schreibt Pétur unter anderem:
Wir wissen alle selbstverständlich sehr gut, dass es nichts Neues ist,
dass silberne Gefäße sinken, aber das, was aus leichterem
Material gemacht ist, schwimmt oben auf. Mir scheint
das an dem Gedichtband
Stefjamál wahr zu werden. Über ihn und seinen Autor
ist und war viel zu wenig
geredet worden. Ich selbst schäme mich,
als ein Dichter und einer, der sich
mit Dichtkunst herumplagt,
dass ich nicht früher
zu den Füßen dieses Autors saß
und seine Weisheit lernte.
Der Autor des Gedichtbandes,
Stefjamál, Lárus Sigurjónsson,
wurde am 14. August 1874
geboren und ist daher achtzig Jahre alt. Er ist ein
gebildeter Mann, wurde Student
1903, Theologe
1906, war an der Askovlýðskóla 1906
—1907, besuchte Kurse in Ethik
und Redekunst an der Universität Chicago, studierte Aussprache und
Stimmbildung an der Orchard-school of music and Expression
in Chicago und leitete unter anderem
eine Musikschule
in Chicago für anderthalb
Jahrzehnte.
Der Autor von Stefjamál verließ
das Land jung, wie man sagt,
und hat den größten Teil
seines Lebens weit weg von seiner
Heimat verbracht und ist uns
daheim quasi verloren gegangen, obwohl
er nun zurückgekehrt ist
und sein Grab dort haben möchte, wo
seine Wiege stand.
Ich habe den Gedichtband
Stefjamál gelesen. Das Kürzeste, was man über ihn sagen kann, ist,
dass er nicht leicht ist. Das Buch ist voller
Menschenverstand, geschrieben mit schwierigen
und schweren Mitteln und
ausgestattet mit kraftvoller Sprache, aber
zusammen damit geht die Handhabung
der Form auf bestmögliche Weise und die
Verwendung der Sprache ist klug.
Lárus Sigurjónsson ist ein ursprünglicher Mensch in Wort und Gedanke,
manchmal dichterisch, aber vor allem
ein ausgezeichneter Bildgestalter
in seinen Gedichten.
Ich habe in der heimischen isländischen
Dichtkunst nach einem Dichter gesucht,
der L. S. ähnelt, aber das ist schwer zu finden. Dennoch möchte ich
darauf hinweisen, dass es in der Dichtkunst
Verständnis zwischen Lárus Sigurjónsson
und Gísli Brynjólfsson gibt und
der Unterschied ist beträchtlich. Es wäre
aber falsch, L. S. als Schüler von G. B. zu sehen, aber
niemandem mit Verstand, der die Gedichte beider liest, entgeht es,
dass sie geistig verwandt sind.
Der Gedichtband Stefjamál ist
auf allervornehmsten
Papier gedruckt, hat 190 Seiten im
Skírnis-Format und enthält
136 Gedichte.
Ich habe nicht so viel
Platz, um hier viele Gedichte aus Stefjamál aufzunehmen,
was verlockend wäre, aber
bei diesem Unterfangen habe ich große Schwierigkeiten, denn das Buch ist
so gleichmäßig geschrieben.
Zufällig möchte ich die folgenden aufnehmen, die allerdings weit entfernt sind,
eine Auswahl zu sein, aber es soll
deutlich gemacht werden, dass das Buch
gleichmäßig geschrieben ist und kein
Gedicht darin als minderwertig angesehen werden kann. Ich nehme hier
das Gedicht Sumarnótt auf S. 128,
das wie folgt lautet:
Sanft weht über die Wange
ein lieblicher Bergwind.
Blumen neben dem Weg weben,
Blüten in grüner Wiese. —
Es freut sich die Heimat über ihren Gast!
Die Sonne in Sävar's Armen
schläft rot wie Blut,
unter Birkenschirm
ruht der Vogelsang. —
Heimatland, du bist aller gute
Mutter!
Unter hohen Felsen
ruhe ich hier aus. —
Bäche fließen und fallen
über Berghänge hinab. —
Die Heimat wiegt den Sohn in ihren Armen.
Wer würde nicht süßen Schlaf
in einer Sommernacht finden,
wenn alles um ihn
was die Seele erfreut zu finden. ist?
Heimat, wie schön bist du dann.
Friedlich zu den Bergen,
die geliebte Heimat.
Bach und Quellen Rauschen!
locken den Wanderer,
Elfe und Norn in die heiligen Hallen.
Weich ist das grüne Gras,
gut ist es hier zu sein.
Da wünsche ich mir,
dass Blaubeeren wachsen.
Das Pferd frisst erfrischendes Stroh.
Unter Hügel und Felsen
steht der Hof der Norne,
Schönerer Berggeist,
deine Freiheit liebe ich.
über dem Glanz Tropfen Morgentau.
Hier vergesse ich Kummer,
hier ist mein Friedensland.
Nichts Böses auf dieser Erde
in deinem Reich.
Bei dir findet das Herz sein Heimatland.
Gut ist es, draußen zu weilen
in einer Sommernacht,
wenn vieles in den Sinn
kommt, wenn alles still ist.
Deshalb bin ich zu dir gekommen.
Zusammen schlafen die Bäche,
zusammen fließen die Tränen,
zweier Herzen Heimat
Himmelsregen und Tränen. —
Das heilt alle meine Wunden.